Hotel Albris Geschichten

Das neue Restaurant Kochendörfer

Hotel Albris Restaurant

„Lärchenholz hat eine schöne rötliche Farbe“

Das neue Restaurant Kochendörfer fällt durch großzügige Sitznischen und viel Holz auf. Guido Manzoni, Projektleiter der Schreinerei Rominger, erklärt, warum er gerne mit einheimischem Holz arbeitet.

Im Juni 2021 war es so weit: Nach einer kurzen, aber intensiven Bauzeit sind erstmals Gäste im neuen Restaurant Kochendörfer bewirtet worden. Das großzügige Raumkonzept bewährt sich. Die bequemen Sitznischen sorgen für Gemütlichkeit, während das Servicepersonal mehr Platz zwischen den Tischen vorfindet. Weiter fallen die Wandverkleidung und Akustikdecke aus Lärchenholz auf. Den Großteil dieser Holzarbeiten führte die Schreinerei Rominger aus Pontresina aus. Der Projektleiter Guido Manzoni erzählt von den Herausforderungen während des Umbaus.

Guido Manzoni, wie gefällt es Ihnen im neuen Restaurant Kochendörfer?
Ich kam schon früher gerne und regelmäßig ins Kochendörfer’s. Nun werde ich wohl noch öfters hier essen (lacht), denn ich habe eine Riesenfreude, hier zu sitzen und mir die Holzarbeiten anzusehen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

Was freut Sie besonders?
Wenn ich mir die Oberflächen der Schränke und Ablagen anschaue, dann fügen sich diese optimal in die Holzstruktur der Wandverkleidung ein; die verschiedenen Elemente bilden einen einheitlichen Verlauf. Dabei sind die Möbelstücke mit Decklamellen gefertigt, während die Wandverkleidung größtenteils aus Massivholz besteht. Doch der Unterschied ist kaum zu erkennen. Ich denke, das haben wir sehr schön gelöst.

Warum sind die Möbel nicht mit Massivholz gefertigt?
Massivholz lebt und verändert sich, was bei einem großen Stammtisch keine Rolle spielt. Doch ein Möbel mit Schubladen und Türen darf sich nicht verformen. Darum die Technik mit Decklamellen, so bleibt das Möbel schön gerade und reißt nicht. Mit einer Stärke von 7mm haben wir sehr hochwertige Decklamellen verarbeitet. Die Sägerei hat sie uns aus den gleichen Brettern wie für die Wandverkleidung gesägt.

Was waren weitere Herausforderungen?
Die kurze Umsetzungszeit. Im April haben wir mit den Arbeiten angefangen, und im Juni war bereits die Eröffnung. Zum Teil haben all unsere 15 Schreiner gleichzeitig im Hotel Albris gearbeitet.
Das Holz zu beschaffen, war ebenfalls nicht einfach. Wenn möglich, verarbeiten wir Holz aus der Region. Doch im Frühling hatte kaum jemand Holz, entweder war es nicht eingesägt oder schon verkauft. Schließlich konnte ich gerade genug Lärchenholz von einer Sägerei in Ramosch kaufen. Das Holz wurde im Unterengadin geschlagen und ist von sehr guter Qualität.

Auffällig ist auch die Akustikdecke
Ja, sie besteht aus 3000 Laufmeter sichtbaren Latten. Hinzu kommen die Unterkonstruktion und Schalldämmung aus Steinwolle. Eine Knacknuss war, wie wir die Decke wieder abmontieren können, um für die Revision der Lüftungsanlage an die Leitungen heranzukommen. Also habe ich alles in Modulen geplant, die man einzeln ab- und wieder anmontieren kann.

Die Schreinerei Rominger ist bekannt für Arvenholzmöbel. Auch im Hotel Albris sind fast alle Zimmer mit Betten aus Arvenholz ausgestattet. Was macht die Arve besonders?
Arvenholz ist sehr weich, geschmeidig und duftet intensiv. Denn es enthält ätherische Öle, die sich positiv aufs Schlafklima auswirken. So senkt sich der Schlafpuls in einem Arvenbett um bis zu 10 Prozent. Als meine Kinder klein waren, konnte ich gut beobachten, wie viel besser sie im Arvenbett schlafen.
Ich mag aber auch Lärchenholz. Es hat eine schöne rötliche Farbe, ist strapazierfähig und die Äste zeichnen sich weniger markant ab als bei der Arve. Lärche wirkt dadurch moderner und eignet sich somit gut für den Innenausbau wie hier im Kochendörfer’s.

Was haben Sie gegessen, als Sie das letzte Mal hier waren?
Fisch. Ich weiß zwar nicht mehr welchen, aber er schmeckte hervorragend. Meist wähle ich etwas von der Tafel mit den Empfehlungen. Gerne möchte ich der Familie Kochendörfer und dem Hotel-Albris-Team ein Kompliment aussprechen. Nicht nur fürs gute Essen und den zuvorkommenden Service, sondern auch für den Mut, eine so große Investition in diesen schwierigen Zeiten gewagt zu haben.

Schreinermeister und Bergsteiger

Guido Manzoni, aufgewachsen in Samedan, wusste bereits mit 13, dass er Schreiner werden will, obwohl er sich beim ersten „Schnuppern“ in die Finger geschnitten hatte. Nach der Lehre und nachdem er sich die Sporen als Schreiner abverdient hatte, ging er mit seiner Freundin auf Weltreise. Zurück in der Schweiz heirateten sie und er schrieb sich an der bekannten Holzfachschule in Biel ein, wo er sich zum Werkmeister und Schreinermeister ausbilden ließ.

Bei der Firma Rominger arbeitet er seit 2007. Als Projektleiter sitzt er vor allem im Büro, rechnet Offerten durch, zeichnet Pläne, organisiert Holz, weist Schreiner an, koordiniert Baustellen. Bei den Arbeiten im Kochendörfer’s war er oft vor Ort, um zu schauen, dass alles rund läuft. „Die Zusammenarbeit mit der Familie Kochendörfer und der Architektin war sehr gut. Ich hatte viele Freiheiten und konnte Details selber planen. Das machte viel Freude“, sagt Manzoni.

Er selber führt keine Schreinerarbeiten mehr aus. Doch in der Freizeit drechselt er gerne oder widmet sich dem Modellfliegen. Sein liebstes Hobby ist das Bergsteigen, die berühmten Engadiner Berge kennt er somit auch von oben. Guido Manzoni wohnt in Samedan, ist seit 31 Jahren verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

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